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Smarte Zukunft für Walzen

„Digitalisierung soll die Kommunikation verbessern“

Seit Maria Barthels und Stephanie Holzmann 2014 die Firma DERICHS GmbH übernommen haben, entwickeln die beiden Inhaberinnen gemeinsam mit ihrem Team neue Ideen für innovative Lösungen. Das Thema Digitalisierung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Maria Barthels und Stephanie Holzmann berichten im Interview über die Entwicklung und Zukunft ihres Unternehmens.

Frau Barthels, Frau Holzmann, wie hat sich Ihr Unternehmen entwickelt, seit Sie es 2014 erworben haben?

Maria Barthels: Die Firma DERICHS stand ja schon immer für Entwicklung und Beratung. Als wir die Firma übernommen haben, haben wir begonnen, Abläufe und Prozesse zu hinterfragen. Unser Anliegen war, das Bewährte zwar zu erhalten, aber dort, wo wir Verbesserungsbedarf sahen, anzusetzen. Unter anderem haben wir unsere Produkte geprüft und verbessert, mit unseren technischen Beratern diskutiert und Anregungen von unseren Kunden aufgenommen. Diese Diskussionen und den Austausch mit unseren Kunden hat es vorher in dieser Form nicht gegeben. Dabei ist die Kommunikation mit den Kunden unverzichtbar. Nur so können wir deren Probleme erkennen und ihnen die Unterstützung bieten, die sie brauchen. Und nicht zuletzt kam durch dieses Miteinander das Thema Digitalisierung auf.

Stephanie Holzmann: Auch unsere betriebliche Struktur hat sich verändert. Wir konnten Mitarbeiter einstellen, haben Verantwortungsbereiche aufgeteilt und neue Strukturen geschaffen. Insgesamt haben wir ein sehr gutes Team, in dem jeder seine Kompetenzen hat und diese bestmöglich einbringt. Interne Kommunikation spielt bei uns eine ganz große Rolle. Wir sind auf dem besten Weg, die DERICHS GmbH auf eine gute mittelständische Basis zu stellen.

Sie haben mit Ihrer smarten Walze ein innovatives digitales Produkt auf den Markt gebracht. Wie haben Ihre Kunden darauf reagiert und wie hat diese Entwicklung Ihr Unternehmen weitergebracht?

Stephanie Holzmann: Die Reaktionen waren durchweg positiv und interessiert. Neben der Freude über die Begeisterung unserer Kunden war für uns aber entscheidend, dass wir unseren Kunden vermitteln konnten, dass wir uns mit digitalen Lösungen beschäftigen, dass sie sich bei Problemen an uns wenden und wir ihnen viel mehr bieten können als Beratung. Jeder, der die smarte Walze hat, möchte sie nicht mehr missen. Für uns und unseren Werdegang war die Entwicklung der smarten Walze insofern wichtig, dass wir durch dieses Projekt gelernt haben, wie man Innovationen vorantreibt und neue Produkte bis zur Serienreife bringt. Wie man ein Netzwerk aufbaut und Unterstützung von anderen Fachleuten findet. Und wie man bei aller Kreativität den roten Faden im Entwicklungsprozess behält. Denn man darf sich nicht in Ideen verlieren.

Was muss man mitbringen, um innovativ arbeiten zu können?

Maria Barthels: Neugierde. Interesse an dem, womit man sich beschäftigt. Und Interesse an seinem Gegenüber. Man darf nicht nur fokussiert auf das eigene Spezialgebiet sein, sondern offen für alle Bereiche des Lebens. Querdenken halte ich für ganz wichtig. Mut gehört ebenfalls dazu. Man sollte den Mut haben, Änderungen anzusprechen und umzusetzen. Und kreativ sein. Ideen auszusprechen und sich untereinander auszutauschen. So können Gedanken wachsen, zu konkreten Lösungen werden und dann finden sich auch die Wege, die Ideen umzusetzen.

Welchen Stellenwert hat die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen – jetzt und in Zukunft?

Stephanie Holzmann: Wir sehen die Digitalisierung unserer Produkte als zukünftigen Schwerpunkt unseres Unternehmens an. Damit greifen wir einen Trend auf, der sowieso schon unser Leben bestimmt. Wir leben in einer digitalisierten Welt und sollten die Möglichkeiten, die uns neue Technologien im Privatleben bieten in unsere Arbeitswelt übernehmen. Ich halte es grundsätzlich für wichtig, herauszufinden, inwieweit ein Trend unserer Firma und unseren Mitarbeitern nützt, um zukünftig erfolgreich arbeiten zu können. Daneben haben wir festgestellt, dass die Vernetzung mit anderen Fachleuten ungeheuer hilfreich ist. Unsere Produkte kommen mit unterschiedlichen Bereichen in Berührung – angefangen von der Forschung und Entwicklung über die Fertigung bis zum Handel – und wir brauchen Spezialisten in allen Bereichen. Mithilfe eines gut funktionierenden Netzwerks können wir die Aufgaben, die an uns gestellt werden, bestmöglich bewältigen.

Maria Barthels: Wenn Sie mich nach der Zukunft fragen, wünsche ich mir, dass es uns gelingt, weiterhin digitale Technologien so nutzen zu können, dass wir innovative und kreative Lösungen für unsere Kunden finden. Neben der Digitalisierung unserer Produkte arbeiten wir außerdem daran, unsere Firmenabläufe weiter zu digitalisieren.

Was raten Sie Unternehmen, die den Weg in die Digitalisierung noch nicht beschritten haben?

Stephanie Holzmann: Ich kann nur jedem raten, als Gast in die eigene Firma zu gehen. So sieht man am besten, was gut läuft und wo Verbesserungen nötig sind. Man sollte sich auch fragen, welche Visionen man für die eigene Firma hat. Und man sollte sich nicht scheuen, kleine Schritte zu gehen. Einfach anfangen und auch mal Fehler machen.

Maria Barthels: Ganz wichtig ist auch, nicht zu vergessen, dass Digitalisierung nicht nur Automatisierung ist. Digitalisierung soll die Kommunikation verbessern. Wir brauchen in der Arbeitswelt auch zukünftig die Menschen. Denn wir wollen die Technik nutzen und nicht von der Technik genutzt werden.